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26.02.2014

RIGeL Alumni-Bericht - Stephan Hamperl (Stanford School of Medicine, Kalifornien)

Zur Person:
Stephan Hamperl (Dr. rer. nat.)

Promotionsabschluss: 26.10.2012
RIGeL Section: Cellular Biochemistry and Biophysics
Titel der Doktorarbeit: Compositional and structural analysis of selected chromosomal domains from Saccharomyces cerevisiae
Derzeitige Position: Post-Doctoral Researcher im Department Chemical and Systems Biology (CSB) der Stanford School of Medicine in Kalifornien, USA


Stephan Hamperl promovierte in der RIGeL-Section Cellular Biochemistry and Biophysics und schloss sein PhD Studium am 26. Oktober 2012 ab. Nach dem Abschluss war er bis Ende Februar 2013 am Lehrstuhl Biochemie III in AG Griesenbeck angestellt. Seine Arbeit als Postdoc an der Stanford University in Kalifornien konnte er dann am 1. März 2013 beginnen. Seit knapp einem Jahr arbeitet er im Labor von Professor Karlene Cimprich im Department Chemical and Systems Biology (CSB) der Stanford School of Medicine. CSB ist mit über 20 verschiedenen Arbeitsgruppen ein sehr interdisziplinäres Department. „Die einzelnen Labors arbeiten an ganz verschiedenen Forschungsschwerpunkten von Signaltransduktion, Zellzyklus, und Chromatindynamik bis hin zu Proteinhomeostase, Metabolismus und Zelldifferenzierung. Das gemeinsame Ziel der Systembiologie ist es,  komplexe biologische Systeme auf allen Ebenen vom Genom und Proteom bis hin zu Organellen und dem Gesamtorganismus zu charakterisieren. Ein integriertes Bild all dieser regulatorischen Prozesse soll dabei helfen, das Verhalten des Systems vorherzusagen und so möglicherweise neue medizinische Ansätze für die klinische Forschung zu gewinnen. Im Department kommt dazu ein breites Spektrum an Methoden zum Einsatz, von genomischen, chemisch- und biochemischen bis hin zu Computersimulationen und bioinformatischen Ansätzen. Die Forschungsthemen sind daher sehr vielfältig.“

Internationale Erfahrung sei für Stephan Hamperl von großer Bedeutung, weshalb er sich bereits während der Promotion international orientierte. Neben Absolvierung des RIGeL-Curriculums nahm er auch im Programm des Graduiertenkollegs RNA Biology des SFB960 teil. Im Rahmen von "Short term research fellowships" habe er zwei Forschungsaufenthalte in den USA durchführen können. Da Dr. Griesenbeck eng mit der Arbeitsgruppe von Prof. Hinrich Boeger an der University of California in Santa Cruz zusammenarbeite, habe Stephan Hamperl 2011 einige Experimente in seiner Gruppe durchführen und neue Techniken im Rahmen eines 5-wöchigen Aufenthalts in Santa Cruz lernen können. Auch im Frühjahr 2012 habe er für ca. 3 Wochen im Labor von Prof. Roger Kornberg an der Stanford University arbeiten dürfen, um dort eine Methode seiner Doktorarbeit weiterzuentwickeln. Während dieses Aufenthalts habe er erkannt, dass Stanford ein exzellentes Forschungsumfeld, vor allem für Wissenschaftler in einem frühen Stadium ihrer Karriere, darstellt. „Der Campus ist fantastisch und integriert die Expertise vieler hochangesehener Wissenschaftler aller naturwissenschaftlichen Disziplinen, mit denen man bei Fragen oder Problemen leicht in Kontakt treten kann.“ Dies war einer der Hauptgründe, warum Stephan Hamperl sich vorwiegend für die Arbeitsgruppen in Stanford interessiert habe.

Noch vor seinem Promotionsabschluss habe er vier verschiedene Professoren in Stanford per E-Mail kontaktiert, deren Forschungsthemen ihn interessiert hätten. Daraufhin sei er von allen Arbeitsgruppen zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden. „Zum Ende meiner Doktorarbeit hatte ich das große Glück, einen Teil meiner Ergebnisse im Juni 2012 auf einer internationalen Konferenz in Washington präsentieren zu dürfen. Im Anschluss an die Tagung habe ich dann die Chance genutzt und bin nach Stanford weitergeflogen, um mich persönlich vorzustellen.“ Kurz darauf habe er die Zusage von seiner jetzigen Chefin erhalten.

Als Postdoc im CSB könne sich Stephan Hamperl überwiegend auf sein Forschungsprojekt konzentrieren. Seine Aufgaben seien vorwiegend das selbstständige Planen und Durchführen von Experimenten, das regelmäßige Präsentieren der Ergebnisse vor der Arbeitsgruppe und dem Department aber auch aktuelle Literaturrecherche und der Besuch internationaler Konferenzen. Auch an der Lehre habe er sich bereits beteiligen können, indem er in den letzten zwei Quarter  Orientierungsspraktika von neuen Doktoranden (Rotation students) betreut habe. Was ihn im Moment begeistere, sei die tägliche Laborarbeit. „Es ist spannend Experimente zu planen und durchzuführen, um bestimmte Fragestellungen zu beantworten. Häufig werfen die Ergebnisse allerdings viele neue Fragen auf, wodurch die Arbeit immer abwechslungsreich und vielfältig ist.“ Sein aktuelles Forschungsthema beschäftige sich zudem mit neuen Ursachen für Genominstabilität in humanen Zellen, was potentiell neue Ansätze für die Krebstherapie liefern könne. Dieses Projekt unterscheide sich jedoch deutlich von den Fragestellungen in seiner Doktorarbeit. Vor allem der Wechsel der Modellorganismen von der Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae hin zu humaner Zellkultur und Xenopus laevis habe zu einer steilen Lernkurve, gerade in den ersten Monaten, geführt. Dadurch habe er eine Vielzahl neuer Techniken und Methoden kennenlernen können, die für ihn bis dahin absolutes Neuland waren. Dennoch gebe es ein paar Überschneidungen mit der Doktorarbeit, so versuche er nun eine Methode aus der Hefe aus seiner Zeit in Regensburg auf das jetzige Projekt in humanen Zellen anzuwenden.

Als eine der forschungsstärksten Universitäten weltweit bietet Stanford eine Vielzahl an Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Fast täglich finden Vorträge und Seminare hochanerkannter internationaler Wissenschaftler am Campus statt, die für alle Postdocs und Doktoranden frei zugänglich seien. Zudem werde eine Vielzahl an kostenlosen Kursen und Weiterbildungen angeboten, zum Beispiel im Bereich Bioinformatik und Statistik, aber auch Softskillkurse wie Scientific Writing oder Presentation skills. Stephan Hamperls Department habe außerdem ein Postdoc-Programm, das auch um die Aus- und Weiterbildung aller Postdocs und des Projekts bemüht sei. So könne jeder Postdoc zwei unabhängige Professoren in Stanford als Mentoren wählen. Einmal im Jahr müsse man dann seine Ergebnisse in Form eines Vortrags vor den Mentoren und des Arbeitsgruppenleiters präsentieren. „Auf diese Weise erhält man häufig gute Ratschläge und wertvollen Input von erfahrenen und anerkannten Wissenschaftlern hier vor Ort.“

Die strukturierte Doktorandenausbildung durch das RIGeL-Curriculum findet Stephan Hamperl in Bezug auf seine heutige Arbeit sehr hilfreich. Seine RIGeL-Mentoren hätten entscheidend zur Qualität seiner Doktorarbeit beigetragen und hätten ihm mit Rat und Tat geholfen, Experimente sorgfältig mit guten Kontrollen zu planen und durchzuführen, wovon er jetzt stark profitiere. Auch die Betreuung von Studenten und die regelmäßige Literaturrecherche in Form von Journal Clubs kämen ihm jetzt zugute. „Ohne die von RIGeL unterstützten Auslandsaufenthalte wäre ich wohl auch nicht zu meiner heutigen Arbeitsstelle gelangt.“

Seinen jetzigen Arbeitsort, vor allem die Bay Area in San  Francisco findet Stephan Hamperl faszinierend. „Bisher habe ich wohl nur einen Bruchteil entdeckt, was die Umgebung zu bieten hat. Neben wunderschönen Stränden an der rauen Pazifikküste bietet eine Vielzahl an Nationalparks kilometerlange Wanderwege für tolle Aussichten auf die wunderschönen Landschaften des „wilden Westens“. Zudem habe ich als begeisterter Radsportler das große Glück, in einer der besten und fahrradfreundlichsten Gegenden der USA zu leben. Mit über 300 Sonnentagen und milden Temperaturen kann man fast das ganze Jahr über Sport und Outdoor-Aktivitäten unternehmen. Auch gibt es eine Vielzahl an Live-Konzerten und anderen kulturellen Aktivitäten, denen man am Wochenende nachgehen kann. Alles in allem gefällt es mir sehr gut hier und das Leben im Ausland ist eine tolle persönliche Erfahrung!“

In seinen Zukunftsplänen ist Stephan Hamperl flexibel. Er würde aber gerne in der „Academia“ bleiben und seinen Traum, eines Tages selbst eine Arbeitsgruppe zu leiten, verwirklichen. Momentan werde er von einem Forschungsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert, welches im Anschluss an die zwei Jahre die Option für eine halbjährige Verlängerung in Form eines Rückkehrstipendiums nach Deutschland biete. Auf diese Weise werde die Möglichkeit gefördert, sich später für Stellen an Universitäten oder anderen Forschungseinrichtungen in Deutschland zu bewerben. Er schließe es aber auch nicht aus, längerfristig in den USA zu bleiben oder anderswo in Europa zu leben.

Sein Ratschlag für RIGeL-Doktoranden ist, sich frühzeitig klarzumachen, welche Berufsziele man nach der Doktorarbeit hat. „Gerade wenn man eine Arbeitsstelle in der biologischen/pharmazeutischen Industrie verfolgt, sollten die von RIGeL angebotenen Softskill- und Methodenkurse unbedingt genutzt werden. Diese Zusatzqualifikationen können zum Beispiel sehr hilfreich für Bewerbungen bzw. Bewerbungsunterlagen sein.“

 

Wir danken Stephan Hamperl für seinen ausführlichen Bericht und wünschen ihm viel Erfolg und eine schöne Zeit in CSB an der Stanford University in Kalifornien!


Stanford School of Medicine Lab
Stanford Golden Gate
 
Pazifik  

 

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